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Bergrennen... was ist das?
Bergrennen sind die Einzelzeitfahren
des Motorsports. Auf fahrerisch anspruchsvollen, kurvenreich
Bergstraßen, die sonst ihren alltäglichen Zweck als
öffentliche Land- oder Kreisstraße erfüllen,
kämpfen die Fahrer allein gegen den Berg und den Sekundenzeiger
der Stoppuhr. Diese Motorsportdisziplin ist nichts für
schwache Nerven und am ehesten mit dem Ski-Abfahrtslauf zu vergleichen.
Höchste Konzentration ist gefordert, wenn die Piloten in
ihren verschiedenen Rennvehikeln den Berg hinaufstürmen.
Kurven, Anbremspunkte und Bodenwellen müssen im Gedächtnis
der Fahrer gespeichert sein. Nur die Könner finden die
Ideallinie und schon ein kleiner Fahrfehler bedeutet oft das
Ende aller Siegeschancen oder gar das Aus.
Gino Kruhs auf Renault Megane
Die Spitzenpiloten in ihren potenten Formel 3000 oder Gruppe
C-Bolieden erreichen, auf den zumeist engen und waldgesäumten
Pisten eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 200 km/h. Auslaufzonen,
wie am Nürburgring sucht man vergebens. Doch leidet die
Sicherheit für die Akteure und Zuschauer ,dank des hohen
Sicherheitsstandarts an Deutschlands Bergen ,der Doppelleitplanken
und Altreifenpakete an neuralgischen Streckenabschnitten zwingend
vorschreibt, nicht.

Lionel Regal mit seinem Reynard Formel
3000
Für das Publikum ist ein Bergrennen immer Motorsport zu
Anfassen. Auf Böschungen und an Hängen sitzend, lassen
sich die Zuschauer, mit Ausnahme von Karts, Trucks und der Formel
1,alles hautnah um die Ohren fahren was vier Räder hat.
Um eine Karte für´s Fahrerlager streiten nicht VIP´s
und solche die sich dafür halten, statt dessen können
die Fans "ihren Helden" an den Zelten und Renntransportern,
bei letzten Feinabstimmungen der Wettbewerbsfahrzeuge über
die Schultern blicken. Der persönliche Kontakt zwischen
Zuschauer und Fahrer gehört im Bergrennsport einfach dazu.
Auch das gibt es nur am Berg, sind nach einem Rennlauf alle
"Himmelsstürmer" oben, rollen diese im Pulk zurück
ins Fahrerlager und die Fans sehen noch einmal die bunte Vielfalt
der Rennwagen, wie in Zeitlupe bergab gleiten.
Sieger des KW-Bergcup 2005 Holger
Hovemann auf C-Kadett
Die Titel der Bergrennsportler für 2006, werden in 10 Rennen
,bei zwei Streichresultaten ausgefahren. Startberechtigt sind
National A und Internationale Lizenznehmer des DMSB , die in
mehrern Championnaten und Cups antreten. Die Deutsche Automobil
Bergmeisterschaft steht ab der Saison 2000 wieder allen Fahrzeuggruppen
offen. In der Division 1 starten alle Tourenwagengruppen (G,
N, DN, GTN, A, DA, H, F), in der Division 2 alle Rennsportfahrzeuge
(Prototypen C3 / CN , und Formel 3 sowie die Formelfreien Monoposto-Rennwagen
der Gruppe E , inkl. Formel 2).
Gruppe CN am Berg
Formel 3000 Rennwagen sind ab 2003 nicht mehr punktberechtigt
und machen jagt auf die einzelnen Tagessiege. Punkte werden
pro Rennlauf in der jeweiligen Division vergeben. Die 8 Besten
der Gesamtwertung erhalten in Abhängigkeit der Streckenlänge
ihre Punkte (bis oder über 2500 Meter), wobei Gruppeneinteilung
und Hubraum keine Rolle spielt. Im Deutschen Bergpokal für
Tourenwagen und GT-Fahrzeuge (bis max. 2000 ccm Hubraum) und
in dem der Rennsportfahrzeuge (bis 2 Liter Hubraum), gilt ein
ähnliches Punkteschema. Maßgebend sind hierbei die
Anzahl der besiegten Konkurrenten in den Hubraumklassen.
Peter Naumann auf Sorg Polo 16V
Eine wahrhaft imposante PS-Parade ist der KW Berg Cup, der sich
bei Aktiven wie Fans großer Beliebtheit erfreut. In seinem
nunmehr fast 20 Jahren stehen regelmäßig, zu den
Wertungsläufen in Deutschland oder im benachbarten Luxemburg
und Österreich rund 100 spektakuläre Gruppe H Spezial-Tourenwagen
am Ablauf. An und unter der Karosserie eines VW Polo, BMW 320
16V oder Ex DTM Mercedes sind technische Leckerbissen zu finden.
So werden, beispielsweise Getriebe von Formel 3 Rennwagen verwendet,
PS-starke 16 Ventilmotoren eingepflanzt sowie ein enormes Flügel.-
und Spoilerwerk montiert. ADAC
Rennsport-Pokale oder Gaumeisterschaften (DMV,AvD), sowie
der AvD Sportwagen-Bergcup, der NSU-Bergpokal, der Fiat-Lancia-Sportpokal,
der VW Boxer-Pokal oder der Histo-Cup für Oldtimer sowie
Clubmeisterschaften, runden das Angebot in Deutschland ab.
Oberste "Liga" im internationalen Bergrennsport
ist die Europabergmeisterschaft. Auch 2006 stehen wieder 11
Events in ganz Europa auf dem Programm.
Bruno Ianniello auf Lancia Delta S4
Das Mekka des Bergrennsports ist zweifellos Frankreich, hier
gehen beispielsweise bis zu zwanzig (!) ultraschnelle Formel
2 oder Formel 3000-Renner auf die Strecken. Wer nun auf den
Geschmack gekommen ist mal ein Bergrennen live zu verfolgen,
sollte die absoluten Klassiker von Mont Dore (Frankreich),
Rechberg (Österreich), Trento-Bondone (Italien) oder
St.Ursanne-Les Rangiers in der Schweiz, einmal bereisen.
Hierzulande ziehen Bergklassiker wie das
Bergrennen Unterfranken in Eichenbühl, das Hauenstein
Bergrennen in der Rhön oder das Bergrennen von Osnabrück,
Piloten und Zuschauer in Massen an.
von Thomas Bubel 03 / 2005
Gino Kruhs nach Ausritt in Homburg
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